Urlaub Venezuela 03.08. – 25.08.2005


Endlich geht es los, morgens um 5:58 Uhr mit dem Zug von Braunschweig nach Frankfurt. Abflug Frankfurt 11:10 Uhr nach Isla Magarita / Porlamar via Tobago.
Um 9:13 Uhr kommen wir am Flughafen an und marschieren gleich zum Check-in. Wir dachten:“ Super, 2 Stunden vorher einchecken bekommen wir gute Plätze“. Falsch gedacht!!! Wir waren die letzten, die Maschine war restlos ausgebucht, sodass wir nur 2 Einzelplätze 5 Reihen auseinander bekamen. Naja, was solls, wir waren ausgelaugt und geschafft, weil wir bis zum letzten Tag noch gearbeitet haben, zudem war es ein Nichtraucherflug, also haben wir fast den ganzen Flug geschlafen. Alexandra zumindest.
Die Zwischenlandung in Tobago ging recht zügig, nur eine kleine Verzögerung, weil ein Koffer zuviel ausgeladen wurde. Es wurde aber noch rechtzeitig bemerkt.
Als wir aus dem Flugzeug in Porlamar ausstiegen dachten wir wir werden gebraten.
Ortszeit ca. 17:00 Uhr, deutsche Zeit plus 6 Stunden.
Dem Himmel sei Dank, das Flughafengebäude ist klimatisiert, denn die Koffer dauerten sehr lange. Mit dem Bus wurden wir in unser Hotel Flamenco Villas und Beach Club an der Playa el Agua gebracht. Einchecken – Zimmer beziehen – frisch machen - URLAUB!!!
Unser erster Gang war an den Strand, Füsse in den Sand graben und verdauen dass wir wirklich hier sind. Dann erkundeten wir das Hotel, Abendessen und ins Bett fallen.
Alexandra schlief durch bis zum nächsten Morgen 7:00 Uhr, Oliver tigerte ab 5:00 Uhr im Hotel/Pool und Strand rum weil er nicht schlafen konnte. Das gleiche Spiel noch die nächsten 3 Tage, dann hatte auch er sich an die Zeitumstellung gewöhnt.
Am 2. Tag Begrüßung durch die Reiseleitung (Tjaereborg, ITS, Meier´s Weltreisen) Allgemeine Infos und natürlich Verkauf von Ausflügen.
Bei der Reiseleitung konnte man zu einem sehr guten Kurs Geld tauschen, 1 € = 2500 Bolivar, offizieller Kurs 1 € = 2150 Bolivar. Wie wir später feststellen mussten, kann man an der Rezeption des Flamenco Villas kein Geld tauschen. Jedem der dahin fliegt sei gesagt, tauscht gleich bei der Reiseleitung genug, denn das Angebot der fliegenden Händler am Strand ist enorm und ein Pareo ein Muss.
1 Pareo = 25.000 Bolivares/10 € Anfangspreis, man muss Handeln. Wem die dreieckigen Pareos nicht zusagen, der fahre zum Markt in Porlamar „Conejeros“, dort gibt es auch die Geraden, wie ein Röckchen.
Ein Nike-Cap in Porlamar-Stadt 2.000 Bolivares/0,80 €, an der nächsten Ecke 1 Stück 1.500 Bolivares und 2 Stück für 2.500 Bolivares/1 €. Wie es auf dem Markt „Conejeros“ aussieht weiss ich nicht.
Ketten am Strand Playa el Agua zwischen 5.000 Bolivares/2 € und 10.000 Bolivares/4 €.
Ahh, das Wichtigste für Raucher: 1 Schachtel Marlboro im Hotelshop 2.800 Bolivares, etwas über 1 €.
Doch nun genug der Preise.

Die nächsten Tage verbrachten wir am Strand und am Pool.

        

Der Strand Playa el Agua hat immer Wellen und man darf nur soweit hinaus wie man stehen kann. Die Strömungen sind so stark, dass schon viele Menschen ertrunken sind. Wer keine Wellen mag sollte lieber an die Ostküste der Insel, z.B. Playa Caribe oder der ruhigste Strand im Süden der Insel Playa Bella Vista.

Der Pool (Badewannentemperatur) des Flamenco Villas ist sehr sauber, entgegen Reiseberichten die ich vor unserem Urlaub gelesen habe. Es schwimmt kein Fettfilm, keine Haarbüschel oder dergleichen auf dem Wasser. Der Pool wird jeden Abend gereinigt und reichlich gechlort.
Eine Zeichnung der Anlage und wo es wann was (Getränke) gibt siehe hier.
Das Essen war in Buffetform. Es gab immer frischen Blattsalat, Tomate und Gurken. Reis, mal caribisch, mal magarita style, mal asiatisch, mal mit chicken, er war immer sehr lecker. Gemüse sah immer irgendwie eklig aus, aber Oliver zufolge sehr sehr lecker. Meine Augen essen mit, daher bin ich an das Gemüse nicht rangegangen. Kommen wir zum Fleisch. Immer Chicken, mal gezupftes Chicken, mal Chickenstücke, aber nicht zerlegt, sondern mit dem Hackebeil ein Huhn kleingemacht und ab in die Sosse. Es war immer eine Pulerei. Und Fisch gab es fast immer. Da ich keinen Fisch esse kann ich dazu nichts sagen. Zusätzlich zu dem Buffet stand immer ein Koch hinter einem heissen Stein und bereitete Fleisch, z.B. Beef oder gebratene Nudeln oder Enchaladas und vieles mehr frisch zu. Wir sind uns einig dass wir über das Essen nicht meckern können. Trotzdem machten wir uns einen Spass daraus zu sagen: Hey heute mal was Neues, Chicken!!! *lach*
Trotz Tabletten bekam Alexandra nach ein paar Tagen Sonnenallergie. Also erstmal 2 Tage im Zimmer verstecken. Als das ausgestanden war erwischte uns Montezumas Rache mit heftigen Magenkrämpfen, noch ein Tag im Zimmer.

Als wir am Strand lagen kam ein Deutscher an unsere Liege, drückte uns einige Zettel in die Hand und meinte, wir sollen uns das mal durchlesen und Preise vergleichen zu der Reiseleitung. Das taten wir und der Unterschied ist enorm. Das Orinoco-Delta wurde auch angeboten, doch leider zusammen mit dem Nationalpark Truepano. Wir aber wollten Orinoco-Delta mit Nationalpark Canaima und Angel Fall, also buchten wir unsere Tour ,2 Tage/1 Nacht, bei der Reiseleítung für Montag, den 15.August. Wir bekamen eine Liste was wir mitnehmen müssen. Liste siehe hier.

Achja, fast vergessen: Hier in Deutschland wurde uns gesagt man braucht für das Orinoco-Delta die Gelbfieberimpfung und Malaria-Prophylaxe, die Reiseleitung vor Ort sagte man benötigt gar nichts.
Wir haben uns impfen lassen gegen Hepatitis und Gelbfieber und Malariatabletten mitgenommen, als Prophylaxe für das Orinoco-Delta. Einen Tag vor dem Ausflug angefangen und dann weitere 7 Tage eingenommen. Wir fühlten uns damit sicherer, auch wenn die Reiseleitung meinte man solle sie nicht nehmen da sie den Körper belasten.





Ausflug Orinoco-Delta und Canaima

Wir packten unsere Tasche: eine lange Hose und langen Pullover, jeder 1 T-Shirt. Waren ja nur 2 Tage sagten wir uns. Im letzten Moment stopfte ich noch 2 T-Shirts in die Tasche, dem Himmel sei Dank. Treckingschuhe, Sandalen (hatten wir an), Regenponchos, Moskitonetze, Taschenlampe, Sonnenmilch, Insektenschutz (im Hotelshop gekauft), Badesachen und Badetücher. Ein Rucksack nur Fotoausrüstung und ein Rucksack was man halt so braucht unterwegs.

Wir standen um 5:00 Uhr auf und Oliver klagte über Magenkrämpfe und Durchfall. Er hatte Panik wie er den Ausflug und vor allem den Flug sauber überstehen sollte. Ich sagte ihm Arsch zusammenkneifen und durch *lach* fand er nicht so witzig. Tabletten hatten wir auch keine mehr, da wir die ja schon brauchten in der letzten Woche.

Um 6:00 Uhr wurden wir mit dem Bus abgeholt und hievten unsere volle Tasche und die Rucksäcke in den Bus. Es wurden noch andere abgeholt und Oliver war ständig am motzen dass wir viiiiiel zuviel mitgenommen hatten, alle anderen hatten nur jeder einen Rucksack. Später stellte sich raus, alle anderen hatten aber auch keine Treckingschuhe, Regenponchos und Moskitonetze dabei *zwinker*. Heute sage ich Treckingschuhe hätten nicht sein müssen, feste Schuhe z.B. Stoffturnschuhe oder Treckingsandalen reichen. Über Moskitonetz, Regenponcho und Taschenlampe waren wir froh, denn Mückenschutzmittel hält nicht die ganze Nacht und geregnet hat es öfter auf der Tour. Unser Fehler: Wir haben die Regenponchos nicht auf die Bootstour mitgenommen.
Ich merke ich greife vor, also wieder zurück zum Bus der uns nach Porlamar zum Flughafen bringt.
Am Flughafen angekommen, Flughafensteuer bezahlen 12.000 Bolivares/Person. Der Flug sollte um 7:45 Uhr losgehen, aber die Venezolaner nehmen es nicht so genau mit der Zeit

        

Der Flug dauerte ca. 1 Stunde bis Tucupita, der Hauptstadt von Delta Amacuro. Ein ganz kleiner, aber sehr sauberer Flughafen.

    

Kurze Verzögerung weil sich alle noch in eine Liste eintragen müssen, bevor es weitergehen kann. Der deutsche Reiseführer, sein Name Timo, erklärte uns den Ablauf der Tour. Wenn ich mich recht erinnere lebt Timo seit 1985 im Orinoco-Delta. Die Fahrt zum Camp würde ca. 1,5 Stunden dauern, und wir würden eventuell Brüllaffen und Süßwasserdelfine sehen, doch für Tiere gibt es keine Garantie. Der Flughafen liegt direkt an einem Seitenarm des Orinoco, 3-minütiger Fußmarsch und wir saßen im Boot.
Schwimmwesten anlegen (nur bis zur nächsten Biegung, dann durfte man sie ablegen) und es ging im rasantem Tempo den Fluß entlang. Der Reiseführer und die indianischen Bootsführer suchten mit Luchsaugen das Ufer und die Bäume nach Tieren ab, bis wir Brüllaffen sichteten.

  

Bei dem Stop merkten wir erst wie sehr die Sonne brennt, denn es wehte kein Lüftchen. Süßwasserdelfine sind uns nicht zu Gesicht gekommen und auch keine weiteren Tiere, aber allein die Fahrt auf dem Fluß war sehr beeindruckend, rechts und links Urwald/Dschungel, Indianerhäuser aus Stein und Indianer in Einbäumen, ihr einziges Transportmittel. Die Warao-Indianer sind Nomaden, die mit dem Wasser mitziehen, da sie auf das Süßwasser angewiesen sind. Sie leben nicht in Dörfern. Es gibt im Orinoco-Delta 2 Missionen in denen mehrere Indianer zusammenleben, einzig und allein daraus entstanden, dass vor vielen Jahren die Indianer mit dem Süßwasser weiter ins Landesinnere ziehen mussten und so eine kleine Siedlung entstand. Die Missionare gründeten kurzerhand die Missionen. Nicht alle Indianer zogen wieder mit dem Süßwasser Richtung Ozean, daher existieren die Städte noch heute.

  

Auf unserer Fahrt machte unser Bootsführer auf einmal Halt an einem Indianerhaus. Eine Frau kam nach unten an das Ufer und sprach mit dem Bootsführer. Wir fragten uns, was passiert denn jetzt. Unser Reiseführer erklärte uns, der Mann der Indianerin arbeitet im Camp und der Bootsführer überbringt Nachrichten, da das die einzige Kommunikationsmöglichkeit zwischen den Eheleuten ist. Während unserer Bootsfahrt regnete es auch ab und zu, aber nicht sehr heftig.

Angekommen im Camp erstmal Zimmerverteilung, Gummistiefelgröße angeben und Ankündigung das in 30 Minuten eine Kanufahrt stattfindet.

        

Danach Mittagessen und dann Dschungeltour. Dafür sollten wir lange Hosen anziehen und uns sehr gut mit Mückenschutz einreiben. Wir bekommen Zimmer Nummer 9. Das Camp ist ein Pfahlbau und alle Wege sind Holzstege. Neben den Holzstegen ist tiefer Morast, aber mit prächtigen Pflanzen und Blumen. Der Weg zu unserem Zimmer führt an einem Gehege mit einem Tapir vorbei, den wir natürlich auch gleich streicheln.

  

Der ist ganz zutraulich und kommt sofort angestapft. Weiter unseres Weges lauschen wir auf die fremden Geräusche, die man nicht genau zuordnen kann und schnuppern die Dschungelluft. Rechts vom Weg ist die Bootsmotorenwerkstatt und links das Pumagehege. Der Puma hat sich durch uns überhaupt nicht in seinem Schläfchen, unter seinem Palmendach, stören lassen, sodass wir nur ein Bild seines Bauches und Schwanzes machen konnten.


Angekommen bei dem Schild Nr. 9 machen wir große Augen. DAS IST UNSER ZIMMER????

  

Wir treten ein und können es kaum fassen, es ist alles offen an den Seiten. Ein Dach aus Palmen und die Wände bestehen nur aus Moskitonetzen. Es war fantastisch. Hinter unserer Hütte fing sofort der Urwald an. Das „Badezimmer“ war nur durch eine halbhohe Wand von dem Schlafraum abgeteilt. Es beinhaltete Toilette und eine Dusche. Auch hier nur Moskitonetze als Wände, da es aber nach hinten lag zum Urwald hin, blickgeschützt. Trotzdem war es ein komisches Gefühl auf dem stillen Örtchen zu sitzen, denn still war es keineswegs.
Wer hat schon mal Schmetterlinge bei seinem Geschäft beobachtet??? WIR *grins*

      

Wir waren so durchgeschwitzt, dass wir erstmal eine Dusche nahmen. Wir cremten uns mit Avon Sonnenmilch mit Insektenschutz ein und zusätzlich mit dem einheimischen Insektenschutz, den wir im Hotelshop gekauft haben auf der Isla Magarita. Wir stanken erbärmlich, aber wenns hilft…Wenn wir schon unser Moskitonetz schleppen mussten in der großen schweren Tasche wollten wir es auch aufhängen, also an die Arbeit. Oliver konnte gleich noch mal duschen *grins*

In der Zeit wo die anderen die Kanufahrt machten erkundeten wir das Camp. Wir gingen die Stege lang und plötzlich raschelte es über unseren Köpfen. Oliver sagte: hier müssen wir aufpassen das uns keine Kokosnüsse auf den Kopf fallen. Wir guckten hoch und sahen einen Affen, der von uns aufgeschreckt, von Palme zu Palme hüpfte. Leider waren wir mit der Kamera nicht schnell genug, auf dem Bild ist nur die Palme. Verfolgen konnten wir ihn nicht, weil in die Richtung keine Stege führten.


Also weiter auf dem Steg bis zum Jaguargehege. Ein rolliges Jaguarweibchen mit Namen Bodega. Auch sie ließ sich von uns nicht stören, kein ansprechen, kein locken. Timo der Reiseführer kam zu uns und rief uns zum Mittagessen. Er ging zum Zaun und der Jaguar sprang auf. Timo streckte die Hand durch den Zaun und streichelte sie. Dann kam auch noch ein Indianer und da war Bodega ganz aus dem Häuschen. Sie rieb sich am Zaun und hat ganz laut geschnurrt, wie Katzen nur viel viel lauter. Ich fragte Timo, ob ich sie wohl auch mal streicheln könnte und er meinte sie ist ein wildes Tier und unberechenbar. Ich wollte dennoch. Timo nahm meine Hand und steckte sie durch den Zaun. Bodega kam mit dem Kopf voran den Zaun entlang, mich verließ mein Mut und ich zog die Hand zurück. Der Indianer bedeutete mir ich solle zu ihm kommen zum streicheln. Ich stand da und wartete, doch Bodega hatte es sich anders überlegt und hat sich mal eben im Schlamm gewälzt. Danach kam sie wieder zum Zaun. Als sie sich diesmal am Zaun rieb habe ich meine Hand durchgesteckt und ich streichelte ihr den schlammverschmierten Rücken. Oliver stand im Hintergrund und staunte, anstatt die Kamera zu zücken und mich zu fotografieren *schmoll* Sie fühlte sich nicht so weich und glatt an wie man es annimmt, sondern eher ein wenig struppig und borstig (kann aber auch am Schlamm gelegen haben).

    


Dann ging es zum Mittagessen, es gab Indianerbrot, ich kann nur sagen lecker, ähnlich wie Fladenbrot im Steinofen gebacken und Spaghetti, aber ohne Löffel. Auf zum fröhlichen Nudeln saugen.

Nach dem Essen hatten wir ca. 1 Stunde Freizeit, dann mussten wir uns versammeln und jeder seine Gummistiefel suchen, denn nun ging es in den Dschungel, tiefer Morast. Die Gummistiefel waren nicht sortiert, bis jeder seine Größe gefunden hatte dauerte es schon seine Zeit.

Wir stiegen in die Boote und düsten wieder den Fluß entlang, immer auf der Suche nach Tieren und Pflanzen. Wir bogen in immer schmaler werdende Seitenarme ab, es wurde immer dichter.

  

Unterwegs hielten wir an und Timo der Reiseführer zupfte Blätter von einem Baum. Was es damit auf sich hatte demonstrierte er uns auch sogleich. Die Hände gut nass machen und die Blätter kräftig zerreiben. In Verbindung mit dem Hautfett fangen die Blätter an zu schäumen und man kann sie als Seife benutzen. Wenn man sich gerade vorher die Hände gewaschen hat funktioniert es nicht so gut.

  

Unser nächster Stop war die Rose von Venezuela. Ein Baum mit Bohnenähnlichen Schoten. Es wurde so eine Schote gepflückt, gedreht und schnipp….es kam eine wunderschöne Blume zum Vorschein. Unser Hochzeitspaar in den Flitterwochen bekam eine eigene Schote, nur leider hat es da mit dem Schnipp nicht so gut geklappt.



Beim nächsten Stop wurde verkündet das wir nicht im Disneyland sind, auch wenn es so aussieht und ab nun Konzentration gefragt ist. Es ging in den Dschungel.


Ein Indianer ging mit einer Machete voraus um den Weg frei zu machen, ansonsten wäre kein Durchkommen und wir sind im Gänsemarsch hinterher.

  

Aufpassen wo man hintritt, Aufpassen wo man sich festhält, Aufpassen das man die Gummistiefel nicht verliert in dem tiefen Schlamm. Auf einmal verstanden wir warum wir Gummistiefel anziehen mussten.


Die Moskitos waren nervig und ich war froh das ich ein langes Shirt angezogen habe, ich habe nicht einen einzigen Stich abbekommen. Wir tranken unterwegs aus einer Wasserliane, assen Palmenherzen, schrieben Nachrichten auf Palmenrinde und sahen ein riesiges Termitennest.

      


Dichtes Blätterwerk über uns.



Wir staunten nicht schlecht als wir am Ende wieder bei den Booten rauskamen. Wir selbst hatten völlig die Orientierung verloren.

Kaum sassen wir wieder im Boot fing es leicht an zu regnen und der Reiseführer trieb zur Eile, damit wir es vor dem Regenguß noch zum Indianerhaus schaffen. Von weitem sah ich schon das neben dem Indianerhaus ein Schwein im Wasser wühlt und Wasserpflanzen frisst. Ein Schwein, etwas worauf ich überhaupt nicht vorbereitet war. Ein Schwein, hier.


Das Indianerhaus: ein Pfahlbau, Palmendach auf vier Stützen ohne Wände. Betten gabs keine nur Hängematten. Die Indianerfrauen und die Kinder hatten selbst gemachte Korbwaren, Schnitzereien, Ketten und Armbänder aus Pflanzensamen aufgebaut zum verkaufen.

    


Unser Reiseführer hatte irgendwo eine Raupe gefunden, eine dicke fette Raupe mit rotem Kopf. Beim vorwärts bewegen hat sie in die Hand gezwickt.


Nachdem wir genug Fotos gemacht und genug gekauft hatten bestiegen wir wieder die Boote, doch nach kurzer Zeit verlangsamten sie ihr Tempo und hielten an. Wir sahen das Timo noch immer die Raupe in der Hand hielt und ahnten Böses. Und so war es auch. Er erzählte uns dass diese Raupe bei den Warao-Indianern eine Delikatesse sei. Also wer traut sich nun sie zu essen?
Es gab verständlicher Weise keine Freiwilligen. Timo wusch sie im Flußwasser, riss ihr den roten Kopf ab, drückte die Flüssigkeit aus ihr raus, aber nicht nur das, es quollen auch weissliche Innereien raus *schüttel* und dann steckte er sie sich tatsächlich in den Mund und schluckte sie runter. Sie würde leicht nussig schmecken sagte er uns. Guten Appetit.
Es wurde langsam Abend und unsere Bootsführer suchten uns einen Platz zum Angeln.
Piranha-Angeln.
Timo machte uns von vornherein keine große Hoffnungen, wenn einer einen fängt dann nur ein Indianer und auch nur mit viel Glück. Unsere Flitterwochen-Braut mixte uns Cuba Libre *Prost* und wir genossen die Abenddämmerung. Habe ich schon erwähnt das die Venezolaner nicht mit Alkohol sparen? Naja, unsere Braut hat es sich denen wohl abgeguckt, einen zweiten dieser Mischung hätten wir nicht vertragen.

Auf dem Rückweg zum Camp beobachteten wir Papageien die sich zur Nachtruhe auf ihren Baum zurückzogen. Um ihr Geschrei besser hören zu können sollten wir die Hände hinter die Ohren legen und die Ohrmuscheln nach vorne drücken. Es sah bescheuert aus, ehrlich bescheuert, aber tatsächlich konnte man die Papageienschreie lauter hören. Leider habe ich vergessen ein Foto zu schießen von den Segelohren *lach* Also, wer solch ein Foto hat schickt es mir bitte, ich werde es an dieser Stelle veröffentlichen.

  


Zurück im Camp sprangen wir erstmal unter die Dusche. Unsere Shirts waren triefnass, so sehr haben wir geschwitzt. Natürlich kam auch ein bisschen Regen dazu. Da es in der Zwischenzeit heftiger angefangen hat zu regnen, haben wir endlich unsere Regenponchos rausgekramt und sind zum Abendessen getrabt.

Zum Abendessen gab es…natürlich…endlich mal was Neues….CHICKEN geschnetzelt *lach* mit Indianerbrot, und Salat. Es war sehr lecker, nur Oliver klagte das es zu wenig sei. Wer ihn kennt, weiss das es nicht zu wenig war *grins*

    


Das Camp selbst bietet für 12 US$ eine Nachttour an bei der mit Suchscheinwerfern vom Boot aus auf die Jagd nach Kaimanen und Schlagen gegangen wird. Aber sie führen die Tour erst ab 6 Leuten durch. Es hat immer noch heftig geregnet, sodass sich nur 3 Leute gefunden haben. Wir und noch 2. Schade kann ich nur sagen, egal ob Regen oder nicht, ob Tiere oder nicht, man kommt da nie wieder hin.
Nach dem Abendessen gemütliches Beisammensitzen und Unterhalten bis ca. 23:00 Uhr, dann gings mit der Taschenlampe zurück zum Zimmer. Wer sich erinnert, weiss das man auf dem Weg an dem Pumagehege vorbeikommt. Ich halte also meine Taschenlampe da rein, hatte aber nicht damit gerechnet ihn zu sehen. Ich hab mich ganz schön erschrocken als er dicht am Zaun entlang streicht. Ich habe ihn mit meinem Taschenlampenlicht solange verfolgt bis er hinter den Blättern nicht mehr zu sehen war. So sind wir doch noch zur vollen Ansicht des Pumas gekommen.
Als wir im Bett lagen dachten wir das wir gar nicht schlafen können, die vielen nächtlichen Geräusche, die vielen Eindrücke des Tages und das Geschnarche aus der Nachbarhütte. Doch kaum 10 Minuten später waren wir eingeschlafen.

Am nächsten Tag wecken um 6:00 Uhr. Frühstück um 6:30 Uhr. Abfahrt nach Tucupita zum Flughafen um 7:00 Uhr.

Wie ich oben schon weiter erwähnte, hatte ich zum Glück im letzten Moment noch 2 Extra-T-Shirts in die Tasche gestopft. Nun wusste ich wozu das gut war. Unsere durchgeschwitzten Shirts waren über Nacht nicht trocken geworden, wegen der hohen Luftfeuchtigkeit.
Kurz vor der Abfahrt hat Oliver noch mit dem zum Camp gehörenden Ara gespielt. Er wollte garnicht wieder von seinem Arm herunter.

  

Wieder 1,5 Stunden Bootsfahrt, diesmal ohne Anhalten und Ausschau halten nach Tieren.

Am Flughafen angekommen kurze Erklärung von Timo, der nicht mitfliegt, das der Pilot auf dem Hinflug nach Canaima über den Angel Fall fliegt, jedoch nur wenn die Wolken nicht zu tief hängen. Sind die Wolken zu tief, würden wir nachmittags auf dem Rückflug nach Isla Magarita den Angel Fall überfliegen.
Der Flug würde also entweder 1 Stunde nach Canaima oder 1,5 Stunden dauern.
Der Flug war sehr ruhig und die Tafelberge kamen in Sicht. Wir flogen rein, und der Pilot drehte 2 Runden, damit jeder den Angel Fall sehen konnte. Leider war die Sicht nicht so gut, wie gesagt die Wolken hingen sehr tief.

    

Weiter gings nach Canaima zum Flughafen. Bevor man den Flughafen verlässt muss man die Nationalparkgebühren in Höhe von 8.000 Bolivares entrichten. Dann ging es mit dem Bus zum Camp, ca. 5 Minuten entfernt.

Der deutschsprachige indianische Führer liess uns Badesachen und feste Schuhe anziehen. Wer wollte konnte auch Shirt und Shorts darüber anziehen, musste aber nicht sein, denn nass werden wir auf jeden Fall. Nur mit Kamera bewaffnet traten wir die Expedition an. Das Camp liegt direkt an einer Lagune in die sich 7 Wasserfälle stürzen.

    

Wir bestiegen ein Boot und überquerten die Lagune, nicht ohne kräftige Dusche.


Am anderen Ende der Lagune begann der Aufstieg zum Salto el Sapo, auch Froschwasserfall genannt. Ca. 20 Minuten bergan, über Wurzeln und Steine. Vereinzelt waren Pfützen und Schlamm, dem es nicht so leicht war auszuweichen, da ein fester Trampelpfad existierte. Mein Gott, ich glaube ich habe noch nie so im Leben geschwitzt und gekeucht. Wer mich kennt, kennt auch mein Motto: Sport ist Mord. Aber ich habe es geschafft, wie ist egal, Hauptsache ich war oben.

        

Je näher wir kamen, desto lauter wurde das Rauschen. Wir sollten nun unsere Sachen ausziehen und auf einen Felsvorsprung legen, die Kameras wurden in große Müllsäcke gesteckt, die ein Indianer durch den Wasserfall tragen würde. Da wir zwei Kameras mithatten, landeten sie in verschiedenen Säcken. Heute muss ich sagen, zum Glück oder zum Pech, je nachdem wie man es betrachtet.
Wir gingen also hinter dem Wasserfall lang, immer noch darauf bedacht, trotz wasserdichter Treckingschuhe, nicht in die Pfützen zu treten. Wir dachten, hey ist ja klasse, leichter Sprühnebel, sehr erfrischend nach dem anstrengenden Aufstieg. Unter einem Felsvorsprung sollten wir anhalten, damit die anderen aufschließen konnten. Da sagte ich zu Oliver: Shit, jetzt ist mein linker Fuss auf dem Spann ein klein wenig nass geworden. Mist aber auch. Im nächsten Moment kam ein Schwall eiskaltes Wasser auf uns zu, als ob einer einen Eimer Wasser entgegenschüttet. Wir waren pitschenass und mussten uns das Wasser aus den Augen wischen. Aus der Traum von wasserdichten Treckingschuhen *lach* ab da stapften wir in jede Pfütze, nasser konnten die Füsse nicht mehr werden. Oliver musste seine Brille abnehmen, weil er sonst nicht mehr sehen konnte. Als alle aufgeschlossen hatten ging es weiter. Wir dachten schlimmer wird’s nicht, weit gefehlt. Wir kämpften uns blind durch den Wasserfall, das Wasser peitschte in die Augen, ins Gesicht, bloss nicht den Mund aufmachen sonst ertrinkt man…naja natürlich nicht, aber man hatte das Gefühl. Als wir auf der anderen Seite ankamen atmeten wir erstmal auf. Ich fragte mich, wie kommen wir nur wieder zu unseren Sachen? *grübel*
Ich fasste in den Müllsack um unsere Digitalkamera herauszuholen und wunderte mich warum das so nass war da drinnen. Im ersten Moment dachte ich meine Hände sind einfach nur nass, doch als ich die Kamera rausholte tropfte das Wasser von ihr herunter. Als ich sie dem Indianer zeigte wurde er sehr hektisch und hat den Sack ganz schnell ausgepackt. Der andere Indianer gab uns sofort sein trockenes T-Shirt um die Kamera trocken zu machen. Nach eingehender Untersuchung wurden Löcher sichtbar, allein die ich sah waren 3 ca. 1 Eurostück-große Löcher. An ging die Kamera noch, aber das Wasser in der Kamera sieht man auf den Bildern. Seitdem stellt sich die Kamera nicht mehr richtig scharf und der Blitz funktioniert auch nicht mehr. Die andere Kamera in der anderen Tüte ist trocken angekommen.
Soviel zu Glück oder Pech, je nachdem wie man es betrachtet. Es hätten ja auch beide Kameras in einer Tüte sein können.
Meine Empfehlung: Eine Tüte ohne Löcher mitnehmen und darin extra verpacken.

  


Zum Rückweg, wie sollte es anders sein, natürlich so wie man gekommen ist. Nochmal die volle Dusche.
Unsere Sachen mussten wir tragen, jetzt weiss ich warum der Führer meinte, ihr braucht keine Sachen anziehen. Es folgte der Aufstieg ganz nach oben auf den Berg, um den Wasserfall auch von oben zu begutachten und sich in das Wasser auf die Felsen zu setzen.

  

Dann ging es wieder hinunter in das Camp, umziehen und zum Mittagessen. Was gab es wohl?
Na was wohl *grins* Chicken. Dazu Reis, Salat und Indianerbrot. Aber anderes Indianerbrot als im Orinoco-Delta. Dieses hier sieht aus wie Knäckebrot und schmeckt säuerlich. Uns hat es nicht geschmeckt. Wir haben davon etwas mitgebracht und ich zeigte es meiner Tochter. Sie biss gleich herzhaft hinein, dann verzog sie das Gesicht, anscheinend hat es ihr auch nicht geschmeckt *lach*

Nach dem Mittagessen fuhren wir zu dem indianischen Souveniershop. Ein richtiger Laden, nicht zu vergleichen mit den Warao-Indianern. Hier konnte man alles Kaufen, Flöten, Masken, Pfeil und Bogen, Rasseln, indianische Keramik, Hängematten, T-Shirts und vieles mehr. Da wir auf dem Orinoco keinen Piranha geangelt hatten, hat sich Oliver hier einen großen Piranha gekauft für 20.000 Bolivares. Im Flughafen von Porlamar kostet ein mittelgroßer Piranha 20.000 Bolivares.
Nach dem Souveniershop ging es zu Fuß zum Flughafen. Der Reiseführer sagte uns noch, dass der Pilot noch einmal zum Angel Fall fliegt, weil er heute morgen nicht gut zu sehen war. So kamen wir ein zweites mal zu dem atemberaubenden Anblick des höchsten Wasserfalls der Welt.

  


Der Rückflug verlief sehr ruhig, bis der Pilot durchsagte das wir uns anschnallen sollen. Kaum getan ging es auch schon los. Man konnte nichts mehr sehen, nur dunkle Wolke und das Flugzeug wackelte. Auf einmal…mein Magen hob sich, ich krallte mich an Vordersitz fest und das ganze Flugzeug stimmte ein uuuuuuuuoooooooooooooohhhhhhhhh an. Angst hatte ich keine, dafür ging alles viel zu schnell. Wir sind ca. 15 Meter in die Tiefe gefallen. Als wir aus der Wolke heraus waren war der Spuk vorbei. Wir konnten uns wieder abschnallen, was ich aber nicht tat *zwinker*
Kurz vor Isla Magarita noch einmal vom Piloten die Durchsage, wir sollen uns anschnallen. Diesmal war man ja darauf vorbereitet, aber angenehmer war es dennoch nicht, wie Achterbahn fahren meinten einige. Ich bin noch nie Achterbahn gefahren, jetzt weiss ich wenigstens warum.

          
Delta Amacuro            Oliver auf dem Orinoco  Bananenbaum              Kanufahrt

Geschafft und und k.o. kamen wir gegen 17:30 Uhr in unserem Hotel an, genehmigten uns erstmal an der Bar einen Drink und liessen die letzten 2 Tage Revue passieren.




Die nächsten Tage verbrachten wir wieder am Strand und am Pool. Oliver klagte über Langeweile und das er am liebsten wieder zurück ins Orinoco-Delta möchte. Ich beobachtete meine Lieblingsanimateur der super Salsa tanzen kann.

In unserem Hotel lernten einen Deutschen kennen, Werner, mit dem wir gemeinsam gut dem Alkohol zusprachen und anregende Gespräche führten. Wir tranken uns durch die Karte, bis Oliver bei Caipirinha und Bier, Werner bei Bier und Sex on the beach und ich bei Sex on the beach und Boston Icetea (stand nicht auf der Karte, den hat Rafael, der Barkeeper, extra für mich gemacht) hängenblieben.
Abends besuchten wir die Show, die jeden Abend um 21:30 Uhr beginnt und lachten uns tot über den einen Animateur. Für Insider: Applauso!!!

Einen Tag fuhren wir mit dem Taxi nach Porlamar und machten einen Bummel durch die Innenstadt. Zurück fuhren wir im Bus, wie die Einheimischen.


Wir buchten für unseren letzten Montag die Jeepsafari für 29 US$ = 72.500 Bolivares /Person, bei dem Deutschen, der uns den Zettel damals am Strand in die Hand drückte.




Jeep Safari Isla Magarita

noch in Arbeit, bitte etwas Geduld